{"id":299,"date":"2021-06-29T17:37:46","date_gmt":"2021-06-29T15:37:46","guid":{"rendered":"http:\/\/leseclub.rg18.ac.at\/?p=299"},"modified":"2021-06-29T18:08:56","modified_gmt":"2021-06-29T16:08:56","slug":"der-preis-der-macht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/leseclub.rg18.ac.at\/?p=299","title":{"rendered":"Der Preis der Macht"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"has-vivid-purple-color has-text-color wp-block-heading\"><strong>Paul Gl\u00fcck (3a) hat sich von Otfried Preu\u00dflers <em>&#8220;Krabat&#8221;<\/em> zu einer alternativen Handlung inspirieren lassen.<\/strong> <\/h3>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-color wp-block-heading\" style=\"color:#33373a\">Erinnerungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">Tonda erwachte, als er ein Pl\u00e4tschern h\u00f6rte. Seine Gedanken waren noch wirr und schlaftunken setzte er sich auf. Er versuchte, die vielen Gedanken in seinem Kopf zu ordnen. Was war geschehen? Er wurde j\u00e4h aus seinen Gedanken gerissen, als ihn ein Tropfen Wasser ins Gesicht traf. Tonda erinnerte sich. Der Sturm! Er sah auf und erblickte die Plane, die Sie gestern Nacht \u00fcber das Leck im Dach gelegt hatten. Sie war verrutscht, sodass Tonda das graue Tageslicht und den wolkenverhangenen Himmel erblicken konnte. Es regnete noch immer. Er stand auf und seine F\u00fc\u00dfe schlurften \u00fcber den nassen Boden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als er die Stube betrat, sah er einen gewohnten Anblick. Juro hatte bereits begonnen, den Tisch zu decken. Doch der Meister lag noch immer auf der Bank, auf die sie ihn gestern Nacht gebettet hatten, nachdem der Blitz seine Kammer getroffen hatte. \u201eJuro, bring mir einen Wein!\u201c \u201eAber Meister, es w\u00e4re das Beste..\u201c \u201eBring mir einen Wein, hab ich gesagt. Ah Tonda, sag dem Taugenichts, der diese Idee hier hatte, dass diese Bank nicht als Bett taugt!\u201c Tonda war sprachlos. Gestern noch hatten sie ihn aus den Tr\u00fcmmern geborgen und jetzt war er schon wieder der Mann, den er kannte. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eTonda, habt ihr schon etwas gefunden?\u201d Diese Frage stellte er nicht zum ersten Mal. Seit seine Kammer zerst\u00f6rt wurde, I\u00f6cherte er sie ununterbrochen mit Fragen, was sie in den \u00dcberresten gefunden hatten und forderte sie auf, die Tr\u00fcmmer zu durchsuchen. Er war nicht sicher, was der Meister wollte, aber langsam erm\u00fcdeten ihn die st\u00e4ndigen Fragen \u201eIch werde gleich suchen gehen.&#8221; \u201eGehe lieber jetzt!\u201c Wortlos verlies Tonda den Raum. Er wusste, dass zu widersprechen ihm nicht erlaubt war. Deshalb verlie\u00df er wortlos den Raum und stieg die Treppe zu der Kammer des Meisters hinauf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die T\u00fcr war an den R\u00e4ndern noch geschw\u00e4rzt. Tonda erinnerte sich daran, wie die Flammen an ihr geleckt hatten. Er \u00f6ffnete die T\u00fcr sachte und blickte auf einen Berg aus nassem Schutt und matschiger Asche. Tonda st\u00f6berte ein bisschen in den Tr\u00fcmmerst\u00fccken, als es unter seinem Fu\u00df knackte und er durch den Boden brach. Nun lag er in der K\u00fcche. Ihm tat alles weh, etwas Hartes hatte ihn am Kopf getroffen und bedeckte seine Augen. Benommen nahm er das Ding herab und stellte fest, dass es ein Buch war. Es war der Koraktor. Heimlich nahm er das Buch unters Hemd und schlich zu seinem Bett, wo er begann darin zu st\u00f6bern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ersten Buchstaben, die er las, waren wildes Gekrakel und ergaben keinen Sinn, doch als er tiefer in das Buch eindrang, begannen die wei\u00dfen Linien auf dem schwarzen Papier ihn zu fesseln. Es war eine geheime Wahrheit, die dort verborgen lag. Nur f\u00fcr ihn. Er br\u00e4uchte nur noch einen Moment, dann w\u00fcrde er die L\u00f6sung erkennen, dachte er. Die L\u00f6sung f\u00fcr all seine Probleme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDa bist du ja!\u201c, sagte eine Stimme, die vor Wut zu brodeln schien. Der Meister stand in der T\u00fcr, auf eine Kr\u00fccke gest\u00fctzt. \u201eGib mir das Buch! Sofort, h\u00f6rst du!\u201c Der Meister taumelte auf Tonda zu wie im Wahn. W\u00e4re Tonda nicht ausgewichen, w\u00e4re er jetzt von der Kr\u00fccke erschlagen. Der Meister war auf einmal ein Greis und seine alten Augen blickten voller Begierde auf den Koraktor. \u201eGib ihn mir!\u201c, schrie er, als er sich auf Tonda st\u00fcrzte. Tonda stolperte und der Meister \u00fcber ihn. Die Wut packte ihn, als sein Arm haltsuchend nach vorne zeigte. \u201eNein!\u201c, Tonda sp\u00fcrte ein Knistern in seinen Fingern. \u201eNein, er w\u00fcrde sich nicht von <em>dem <\/em>Meister knechten lassen.&#8221; Ein greller Blitz brach aus seiner Hand und traf den Meister in der Brust. Dann war es vorbei. Der Meister war tot. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Panisch rannte Tonda in die Stube. \u201eJuro, hilf mir, der Meister ist verletzt!\u201c, rief er. \u201eWas habt ihr denn?\u201c \u201eDer Meister bewegt sich nicht mehr, ich glaube, er ist tot!\u201c Juros Miene spiegelte pure Verwirrung. \u201eAber ihr bewegt euch doch!\u201d \u201eNat\u00fcrlich! Aber der Meister ist verletzt!\u201c \u201eIhr seid der Meister. Ihr seid Meister Tonda!\u201c \u201eNein, ich bin Tonda der Altgeselle!\u201c Doch als Juros Miene noch immer Verwirrung spiegelte, sank Tonda verzweifelt nieder. Er verstand das nicht. Juro erinnerte sich nicht an ihn. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paul Gl\u00fcck (3a) hat sich von Otfried Preu\u00dflers &#8220;Krabat&#8221; zu einer alternativen Handlung inspirieren lassen. Erinnerungen Tonda erwachte, als er ein Pl\u00e4tschern h\u00f6rte. Seine Gedanken waren noch wirr und schlaftunken setzte er sich auf. 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